
Korrekt installiert: Herausforderung Hebeanlage
Elementare Bestandteile bei der Installation einer Abwasserhebeanlage sind die sogenannte Rückstauschleife zum Schutz vor eindringendem Wasser aus dem Kanal und eine Lüftungsleitung zur Be- und Entlüftung der Hebeanlage.
Gemäß DIN EN 12056-4 ist die Rückstauschleife der Teil der Druckleitung, der über die Rückstauebene geführt wird. Nach dem Prinzip der kommunizierenden Röhren soll das Abwasser bei korrekter Überhöhung damit auch bei Rückstau aus dem Kanal nicht in das Gebäude gelangen.
Die korrekte Ausführung einer Rückstauschleife ist von entscheidender Bedeutung, um einen zuverlässigen Schutz vor Rückstau zu gewährleisten. Auch die normgerechte Be- und Entlüftung nach DIN EN 12056-4 hat einen entscheidenden Stellenwert, um Betriebsstörungen der Hebeanlage oder Geruchsprobleme zu vermeiden.
Die Problematik im Überblick
In der Praxis stellen Rückstauschleife und Lüftungsleitung Planer und Verarbeiter bei Neubau und vor allem bei der Sanierung vor Probleme:
- Vorfinden einer bestehenden Bausituation, die den Verbau einer Rückstauschleife oder Lüftungsleitung erschwert oder unmöglich macht (z. B. aufgrund von Besitzverhältnissen, baulichen Einschränkungen, Akustik, Statik, historischem Denkmalschutz oder Brandschutz)
- Hohe Baukosten für Deckendurchbrüche und Steigleitungen sowie Maßnahmen des Brand- und Schallschutzes
- Verlust von Raumfläche
- Schwierigkeiten bei der exakten Bestimmung der wirksamen Rückstauebene
- Gefahr von unzureichendem Objektschutz, wenn die Rückstauschleife nicht über der Rückstauebene verlegt wird
Die Lösung
Ein Mehrfamilienhaus benötigt für Installation einer Schwarzwasser-Hebeanlage nach Norm eine separate Lüftungsleitung über Dach und damit fünf Deckendurchbrüche (Situation 1). Stattdessen kann eine Lüftungsweiche CleverVent installiert werden, die ebenso normgerecht ist, aber vollkommen ohne Deckendurchbrüche auskommt (Situation 2). Das bedeutet, dass das Objekt auch ohne Rückstauschleife vor Rückstau geschützt ist – ganz ohne dabei an Wohnraum zu verlieren. Gleichzeitig ist diese Lösung bis zu 70 Prozent günstiger als eine Lüftungsleitung mit mehreren Deckendurchbrüchen.
Überzeugende Kombination
Wenn in einer Gaststätte ein Abscheider mit einer Schwarzwasser-Hebeanlage installiert wird, dann wurde bisher eine separate Lüftungsleitung sowie eine Rückstauschleife benötigt (Situation 1). Hier können ein Systemtrenner CleverLoop und eine Lüftungsweiche CleverVent gemeinsam für die sichere Belüftung der Hebeanlage und Durchlüftung des Abscheiders sorgen (Situation 2). Die Gaststätte wird zuverlässig vor Rückstau geschützt und gewinnt gleichzeitig an Gewerbefläche.
Das Funktionsprinzip
Die Lüftungsweiche CleverVent wird im gleichen Raum wie die Hebeanlage montiert. Ihre Konstruktion erlaubt der Luft, frei zu zirkulieren. In ihrem Inneren befindet sich darüber hinaus ein Schwimmer. Wenn der Rückstaufall eintritt, wird der Schwimmer durch das Wasser angehoben. Die Kugel oberhalb des Schwimmers gibt dann den Weg zur Be- und Entlüftung über den Aktivkohlefilter in den Raum frei. Im Normalbetrieb bleibt der Filter trocken und ungenutzt, was die Lebensdauer verlängert und die Funktion sicherstellt.
Die Lüftungsweiche ist mit Muffen und Spitzenden in den Nennweiten DN 90, DN 100, DN 125, DN 150 und DN 200 verfügbar. Die Modulbauweise ermöglicht schnellen und komfortablen Zugriff auf das Innere der Einheit und ermöglich so eine einfache und werkzeugfreie Wartung.

Geeigneter Einbauort
Die Lüftungsweiche CleverVent wird im gleichen Aufstellraum montiert, in dem auch die Hebeanlage steht – beispielsweise im Keller oder im Technikraum. Der Einbau erfolgt direkt an einer freiliegenden Abwasserleitung bzw. Freispiegelentwässerung (in horizontalen Sammelleitungen). Da im Rückstaufall die Entlüftung temporär über den Aktivkohlefilter direkt in den Aufstellraum erfolgt, sollte der Raum über eine angemessene Grundbelüftung verfügen (z. B. Kellerfenster oder Lüftungssystem).
Die Installation ist ausschließlich für den Einbau in freiliegende Leitungen vorgesehen. Die Montage erfolgt an tragfähigen Wänden oder der Decke. Diese müssen das Gewicht und die auftretenden Kräfte sicher tragen können und vorab auf Tragfestigkeit geprüft werden.
Der Lüftungsanschluss zur Hebeanlage ist standardmäßig für DN 70 ausgelegt. Die Einbindung in die freiliegende Sammelleitung kann flexibel an Rohrweiten von DN 90 bis DN 200 erfolgen. Passendes Zubehör in Form von Muffen und Spitzenden ist verfügbar.

Schallschutz
Da die Lüftungsweiche direkt an der Wand oder der Decke montiert wird, muss die Übertragung von Vibrationen und Betriebsgeräusche als Körperschall auf das Mauerwerk unterbunden werden.
Das Befestigungs- und Schalldämmset enthält schallabsorbierende Dübel, spezielle Stockschrauben sowie sogenannte Schalldämmnippel und Unterlegscheiben. Durch diese Elemente wird das Gerät mechanisch von der Wand entkoppelt, sodass Betriebsgeräusche nicht als störendes Brummen in das Gebäude übertragen werden.

TÜV-geprüfte Sicherheit
Neue Produktentwicklungen erweitern gewohnte Bauweisen. Mit dem Systemtrenner CleverLoop und der Lüftungsweiche CleverVent lassen sich die in der EN 12056, DIN 1986-100 oder ÖNORM B 2501 genannten Anforderungen an Rückstausicherheit und Lüftung sicher erfüllen.
Der Systemtrenner CleverLoop und die Lüftungsweiche CleverVent wurden von anerkannten Forschungseinrichtungen wie der Technischen Hochschule Esslingen, der Fachhochschule Steinfurt und der Technischen Universität Berlin ausführlich getestet und positiv bewertet.
Bei umfangreichen Typprüfungen durch den TÜV Rheinland wurden die Praxistauglichkeit und Sicherheit der Produkte nachgewiesen. Die bautechnische Zulassung am Österreichischen Institut für Bautechnik (OIB) dokumentiert die Eignung und Anwendbarkeit beider Produkte, die auch das Schweizer Gütesiegel Qplus Swiss Quality tragen. Darüber hinaus bestätigt die Einhaltung der DIN SPEC 3615 die Qualität und Sicherheit der Produkte.
Diese Nachweise externer Experten in Kombination mit der Herstellererklärung der KESSEL SE + Co. KG belegen damit die geprüfte Sicherheit von CleverLoop und CleverVent.










