Nachträglicher Einbau einer Rückstauhebeanlage

Marode Drainagerohre, die durch den Keller des in den 50er-Jahren gebauten Hauses verliefen, hatten Schuld am nassen Keller von Familie Eger.

Für Wasser im Keller gibt es viele Ursachen, von Baumängeln bis zu veralteten Rohren. Bei Familie Eger aus dem bayerischen Forchheim nördlich von Nürnberg war schon lange Feuchtigkeit im Keller, doch im Juli vergangenen Jahres stand er plötzlich komplett unter Wasser. Schnell stellte sich heraus, dass die Drainagerohre, die durch das in den 50er-Jahren gebaute Haus verlaufen, Schuld hatten. Die damals eingebauten Tonrohre waren an vielen Stellen gebrochen. Bei Regen stockte deshalb der Abfluss im Keller und Wasser konnte eindringen. Familie Egers entschloss sich, die Rohre sanieren zu lassen. „Wir mussten den gesamten Boden herausreißen und neue Kunststoffrohre verlegen“, berichtet Bauunternehmer Manfred Winkler. Damit der Keller auch beim nächsten Unwetter mit Sicherheit trocken bleibt, wurde im Februar dieses Jahres zusätzlich ein neuer Rückstauschutz eingebaut.

Die Qual der Wahl

Die Rückstauhebeanlage Ecolift nutzt im Normalbetrieb das natürliche Gefälle zum Kanal, nur bei Rückstau pumpt sie das Abwasser mittels einer Druckleitung über die Rückstauebene.
Da der Boden bereits aufgerissen war, lag der Einbau in die Bodenplatte nahe.

„Um die Schäden fachgerecht beheben zu lassen und unseren Keller sicher vor Rückstau zu schützen, haben wir uns an Herrn Gebhardt von den Stadtwerken Forchheim gewendet. Laut Plan hätten wir eine Hebeanlage einbauen müssen“, erklärt Katrin Eger. Doch eine klassische Hebeanlage hebt das Abwasser ständig in den Kanal. Da im Fall von Familie Eger ein ausreichendes Gefälle zum Kanal besteht und der dauernde Pumpenbetrieb viel Strom verbraucht, erkundigte sich Frau Eger bei Rainer Gebhardt, Kanalmeister der Stadtwerke Forchheim, nach anderen Lösungen. „Er verwies uns an den Hersteller KESSEL, der Alternativen zu herkömmlichen Hebeanlagen anbietet“, berichtet Eger. Erhard Seiller, der von Familie Eger beauftragte Installateur, ließ sich daraufhin von KESSEL beraten und die Entscheidung fiel auf die Rückstauhebeanlage Ecolift. Im Normalbetrieb nutzt diese Anlage das natürliche Gefälle, nur im Fall eines Rückstaus schließt die Rückstauklappe und die Pumpe befördert das Abwasser mittels einer Druckleitung über eine Rückstauschleife in den Kanal. „Da die Anlage nicht ständig läuft, verbraucht sie wesentlich weniger Strom. Bei den momentanen Energiekosten war das für uns ein wichtiges Auswahlkriterium“, sagt Eger. An die für Ein- bis Zweifamilienhäuser ausgelegte Rückstauhebeanlage können zwei WC-Anlagen angeschlossen werden.

Einbau in die Bodenplatte

Pumpe und Druckleitung hat der Installateur angeschlossen.
Wie bei einer herkömmlichen Hebeanlage muss die Druckleitung bei Ecolift mit einer Rückstauschleife über die Rückstauebene geführt werden.

Da der Boden für die Neuverlegung der Rohre bereits aufgerissen werden musste, lag der Einbau der Rückstauhebeanlage in die Bodenplatte nahe. Diesen übernahm das Bauunternehmen. „In die Bodenplatte eingebaut verbraucht die Anlage keinen zusätzlichen Platz im Keller. Außerdem hat sie einen in die Abdeckung integrierten Ablauf. Sollte die Waschmaschine einmal auslaufen oder Wasser von außen in den Keller eindringen, kann es direkt ablaufen“, erklärt Seiller.

Bei der Wahl eines geeigneten Einbauortes musste beachtet werden, dass Fallleitungen grundsätzlich circa einen Meter hinter Ecolift einzuleiten sind und eine Beruhigungsstrecke vor und hinter der Rückstauhebeanlage von mindestens einem Meter eingeplant werden muss. Beim Einsetzen der Rückstauhebeanlage wurde der Grundkörper waagrecht ausgerichtet und das Kanalgrundrohr an die Stutzen angeschlossen. „Wir haben darauf geachtet, die Rohrleitungen spannungsfrei mit dem Behälter zu verbinden, damit diese nicht abreißen können“, sagt Winkler. Für den Anschluss der elektrischen Leitungen von Sonde und Pumpe wurde ein Kabelleerrohr verlegt. „Um dafür zu sorgen, dass die Rückstauhebeanlage dauerhaft dicht ist, haben wir beim Einführen der Kabeldurchführung in das Zwischenstück von Ecolift darauf geachtet, dass das Kabelleerrohr mindestens zwei Zentimeter hinein ragt Zusätzlich haben wir das Rohr in maximal 45 Grad Bögen verlegt, damit die Kabel später problemlos durch das Rohr eingezogen werden können“, erklärt Winkler. Zum ordnungsgemäßen Be- und Entlüften des Pumpenraums durfte das Kabelleerrohr nicht luftdicht verschlossen werden.

Den Anschluss der Pumpe, die Verlegung und den Anschluss der Druckleitung  hat der Installateur vorgenommen. Wie bei einer klassischen Hebeanlage ist auch bei Ecolift die Druckleitung  mit einer Rückstauschleife über die Rückstauebene zu führen. So kann das Abwasser während eines Rückstaus nicht zurück ins Haus drücken.

Abgedeckt

Das teleskopische Aufsatzstück kann an die erforderliche Einbauhöhe angepasst werden.

Danach montierte Seiller das teleskopische Aufsatzstück und passte es an die notwendige Einbautiefe an. Die Verbindung der Ablauffunktion an der Abdeckung erfolgt mittels eines Ablaufanschlusses, der am Pumpendeckel in die vorgegebene Öffnung eingeführt und mit dem Einhandverschluss verriegelt wurde. „Bei der Abdeckung der Rückstauhebeanlage gibt es verschiedene Möglichkeiten. Natursteine oder Fliesen können darauf verlegt werden oder aber die Bauherren entscheiden sich für die schwarze Abdeckung“, erklärt der Installateur. Sobald die Sanierungsarbeiten abgeschlossen sind, soll der komplette Keller bei Familie Eger gefliest werden und passend dazu auch die Abdeckung der neuen Rückstauhebeanlage. Um die Fliesen zu befestigen muss die Abdeckplatte zunächst grundiert und die Fliesen mit Silikon verlegt werden.

Selbstdiagnosesystem bietet Sicherheit

Vor Inbetriebnahme der Anlage wurde das Schaltgerät mit dem Selbstdiagnosesystem (SDS) installiert. „Das Gerät konnte ich auch ohne Elektrofachkraft anschließen, da es steckerfertig mitgeliefert wurde“, sagt Seiller. Bei einem Ausfall der Pumpe oder Betriebsstörungen durch unsachgemäße Installation informiert das Schaltgerät den Betreiber. Darüber hinaus wird die Pumpe wöchentlich automatisch in Betreib gesetzt, um auch bei längeren Stillstandszeiten eine sichere Funktion zu gewährleisten.

Geregelte Wartung

Für den reibungslosen Betrieb ist neben dem Selbstdiagnosesystem eine regelmäßige Wartung unerlässlich. „Da die Pumpe der Rückstauhebeanlage nur während eines Rückstaus in Betrieb ist, verschleißt sie wesentlich langsamer als bei einer klassischen Hebeanlage. Eine fachgerechte Wartung muss trotzdem durchgeführt werden“, erklärt Seiller. Damit die Pumpe nicht ausfällt und das Abwasser immer zuverlässig abtransportiert wird, hat der Installateur einen Wartungsvertrag mit Familie Eger abgeschlossen und dabei die Überprüfung der Heizung gleich mitabgedeckt. Einmal jährlich wartet er Heizungs- und Rückstauhebeanlage.