Der aktuell veröffentlichte Entwurf der „Fettabscheidernorm“ E-DIN 4040-100 enthält eine neue Forderung nach Explosionsschutzmaßnahmen. Tritt die Norm in Kraft, bedeutet das erhebliche Mehrkosten für Betreiber und Entsorger.

Brauchen Fettabscheider nun Explosionsschutz?

Der aktuell veröffentlichte Entwurf der „Fettabscheidernorm“ E-DIN 4040-100 enthält eine neue Forderung nach Explosionsschutzmaßnahmen. „Tritt die neue Norm nach ihrem jetzigen Stand in Kraft, kommen auf Betreiber und Entsorger erhebliche Mehrkosten zu“, erklärt Edgar Thiemt, Vorstand für Technik und Finanzen des Fettabscheider-Herstellers KESSEL. Denn von den Betreibern wird unter anderem gefordert, dass sie komplexe Regeln des Explosionsschutzes beachten: Auf Basis einer Gefährdungsbeurteilung ein Explosionsschutzdokument erstellen, einen Explosionsschutzbeauftragten bestellen und regelmäßig wiederkehrende Prüfungen durchführen.

Rechtzeitiger Einspruch kann Anforderungen korrigieren

Alle Betroffenen sind daher zur Diskussion aufgefordert. Sie können hierzu an die Normungsstelle einen Kommentar oder Einspruch einreichen. „Nutzen Sie die Chance und nehmen Sie Stellung, damit Ihre Erfahrungen gewürdigt werden und alle wichtigen Argumente der Normungsstelle vorliegen“, sagt Thiemt. Den kompletten Entwurf der Norm finden Sie unter www.entwuerfe.normenbibliothek.de. Zur Einreichung von Kommentaren steht unter www.din.de/stellungnahme ein Formular zur Verfügung, das an die E-Mail-Adresse naw@din.de des Normungsausschuss gesendet werden kann.

Höhere Kosten für neue und bestehende Anlagen

In der neuen Norm werden für Fettabscheider und nachfolgende Hebeanlagen künftig elektrische Geräte der Kategorie „3 G“ gefordert. Diese müssen den strengen Auflagen des Explosionsschutzes gemäß Richtlinie 94/9/EG genügen und für den Einsatz in einer Ex-Zone 2 geeignet sein. Diese „3 G“-Festlegung geht also von einer explosionsfähigen Atmosphäre aus. „Das erhöht“, laut Thiemt, „nicht nur die Betriebskosten. Bestehende Anlagen müssten umgebaut werden und neue Anlagen würden dadurch teurer. Doch wo sind die notwendigen Beweise, welche diese Maßnahmen rechtfertigen?“