KESSEL initiiert neues Expertenforum

Bild „Lentinger Runde"
Fettabscheider im Spannungsfeld zwischen Ökonomie und Umwelt
„Lentinger Runde"

Auftaktveranstaltung zum Thema Fettabscheider

(Lenting, 3. Dezember 2012) Mit der Auftaktveranstaltung am 20. und 21. September hat der Entwässerungsspezialist KESSEL den Startschuss für das Expertenforum „Lentinger Runde" gegeben. „Mit der neuen Veranstaltungsreihe möchten wir Experten aus verschiedenen Bereichen wie Kommunen, Planungsbüros und Installateurbetrieben zusammenbringen und über Themen rund um die Entwässerung diskutieren. Daraus sollen im Anschluss Handlungsempfehlungen entstehen. Ziel des interdisziplinären Forums soll die langfristige Weiterentwicklung der Entwässerungstechnik sein", erklärt Stephan Tschernek, Leiter der Kundenentwicklung bei KESSEL. Die nächste „Lentinger Runde" wird sich noch einmal mit dem Thema Abscheider beschäftigen und im zweiten Quartal 2013 stattfinden.

Fettabscheider im Fokus

Im Zentrum der ersten Veranstaltung stand das Thema „Fettabscheider im Spannungsfeld zwischen Ökonomie und Umwelt". Zehn Experten tauschten sich zwei Tage lang zu diesem Fachgebiet aus. Diskutiert wurde unter anderem, ob die in der Norm enthaltenen Anforderungen in der Praxis auch umgesetzt werden und was es über die geltenden Regeln der Technik hinaus zu beachten gilt.

Entsorgung just-in-time

Ein Ergebnis der Diskussion: Die mindestens alle vier Wochen vorgeschriebene Entleerung nach Norm ist alleine nicht ausreichend für die zuverlässige Einhaltung des Grenzwertes für schwerflüchtige lipophile (fetthaltige) Stoffe. Umgekehrt erfüllen viele ordnungsgemäß betriebene Anlagen diese Anforderungen auch dann, wenn eine Entleerung erst später erfolgt. Eine bedarfsgerechte Entleerung unter Einhaltung bestimmter Parameter, so die Meinung der Experten, sei wesentlich sinnvoller als die bisherige Regelung. „Denn eine zu späte Entleerung birgt Risiken für Abscheideranlagen und das angeschlossene Kanalnetz. Eine zu frühe Entleerung bedeutet unnötige Kosten", erklärt Roland Priller, Experte im DIN Normungsausschuss und beim DIBt-Sachverständigenausschuss für Abscheideranlagen. Die Erfahrungen der Experten zeigten eindeutig, dass die Entsorgungsintervalle idealerweise den Erfordernissen des Betriebes entsprechend erfolgen sollten.

Empfehlung an die Kommunen

Da für eine bedarfsgerechte Entsorgung die Zustimmung der Kommunen notwendig ist, erarbeiteten die Experten Handlungsempfehlungen. So empfehlen sie beispielsweise, dass individuelle Entleerungsintervalle von Fettabscheidern akzeptabel sind, wenn davon auszugehen ist, dass die Einhaltung der Einleitgrenzwerte insbesondere lipophiler Stoffe nicht gefährdet ist. Darüber hinaus muss die Anlage dafür vorgesehen sein und es darf keine bauliche Beeinträchtigung weder für die Grundstücksentwässerungsanalage noch für den nachfolgenden Kanal zu befürchten sein. Sind diese Voraussetzungen erfüllt, sind natürlich geeignete Maßnahmen erforderlich, um einen ordnungsgemäßen Betrieb und die Einhaltung der Grenzwerte zu kontrollieren.

Fettabscheider bringen wirtschaftlichen Nutzen

Neben der bedarfsgerechten Entsorgung und den stärkeren Kontrolle gilt es auch, die Behörden und Betreiber für das Thema Fettabscheider zu sensibilisieren. „Der Abscheider soll nicht länger als notwendiges Übel, sondern als aktiver Beitrag zum Schutz des Kanalnetzes wahrgenommen werden", erklärt Priller.