Leichtflüssigkeitsabscheider sicher überwachen

Sauberes Trinkwasser ist eines unserer wertvollsten Güter, denn jeder Mensch ist darauf angewiesen. Doch schon ein Tropfen Benzin reicht aus, um einen Kubikmeter Wasser unbrauchbar zu machen. Daher müssen Betriebe, die mit Benzin oder Öl arbeiten, besondere Schutzmaßnahmen treffen - so auch die Schweiger GmbH & Co. KG aus dem bayerischen Münchsmünster. Das international tätige Logistikunternehmen kann auf eine über dreißigjährige Firmengeschichte zurückblicken und verfügt nicht nur über eine eigene Tankstelle für die LKW-Flotte, sondern auch über eine Waschanlage. Um die dort anfallenden Abwässer vorschriftsmäßig reinigen zu können, ließ die Schweiger GmbH & Co. KG im Mai 2011 drei Koaleszenzabscheider der Nenngröße 15 in die Erde einbauen. Zusätzlich wurden die Abscheideranlagen mit drei Messgeräten ausgerüstet.

Abwasserreinigung mit Koaleszenzabscheidern – eine saubere Sache

Ein Leichtflüssigekeitsabscheider besteht aus drei Zonen: dem Schlammfang, dem Abscheiderraum und dem Ölspeicher. Im Schlammfang sammeln sich Sinkstoffe wie beispielsweise Sand. Der obere Teil, der Ölspeicher, dient zur Rückhaltung von Leichtflüssigkeiten bis zu einer Dichte von 0,95 Kilogramm pro Kubikzentimeter. In der mittleren Zone wird das zufließende Abwasser durch die Fließquerschnitts- und Oberflächenvergrößerung weitestgehend beruhigt. Ein spezielles Einlaufsystem bewirkt die so genannte Pfropfenströmung. Das heißt, die Strömung im Abscheider wird verlangsamt und damit gleichmäßig hydraulisch wirksam über den Abscheiderraum verteilt. So erfolgt die Entmischung von Leichtflüssigkeit, Wasser und Schlamm. Ein Koaleszenzeinsatz  erhöht die Abscheiderleistung, indem er die Strömung zusätzlich beruhigt und das gesamte Abwasser „filtert“. Er besteht aus einem offenporigen PU-Schaum, der stark oleophil (fettfreundlich) ist. Kleinste Öltröpfchen werden mit der Strömung an den Schaumstoff herangetrieben und lagern sich daran an. Die vielen kleinen Tröpfchen verbinden sich und bilden immer größere Tropfen, bis sie schließlich eine auftriebsfähige Größe erreichen, den Schaumstoff verlassen und nach oben in die Ölschicht aufsteigen.

Warneinrichtung schützt vor Überraschung

Für den sicheren Betrieb eines Leichtflüssigkeitsabscheiders ist eine Warneinrichtung unverzichtbar. Daher wird sie auch in der für den Einbau von Leichtflüssigkeitsabscheidern gültigen Norm, der DIN EN 858 – 2, gefordert. Die Norm schreibt vor, dass die Warneinrichtung den Betreiber durch ein akustisches und optisches Signal aufmerksam macht, sobald circa 80 Prozent der maximalen Speichermenge des Leichtflüssigkeitsspeichers erreicht sind. Diese Warnung ist notwendig, um zu gewährleisten, dass ausreichend Zeit zur Entsorgung bleibt. Darüber hinaus ist zu beachten, dass die Warneinrichtung gemäß den Richtlinien 94/9 EG für den Betrieb im explosionsgefährdeten Bereich, der Zone 0, zugelassen sein muss. Auch beim Einbau der Koaleszenzabscheider auf dem Gelände der Schweiger GmbH & Co. KG war eine solche Warneinrichtung erforderlich. Die Entscheidung der Betreiber fiel auf drei SonicControl – Messgeräte. Diese wurden an Halterungen in den Abscheidern befestigt und justiert. Dort überwachen sie mit jeweils drei Sensoren die Schlammschicht, die Leichtflüssigkeitsschicht und den Aufstau. In definierten Zeitabständen senden die Geräte Ultraschallsignale nach oben und unten. Als Referenzmaß für die Messungen dienen die Unterkante des Auslaufs sowie der Behälterboden. Wächst die Öl- bzw. Schlammschicht, verringert sich die Zeit, die das Signal bis zur Unterkante des Öls beziehungsweise bis zur Oberkante des Schlamms benötigt. Der dritte Sensor dient als Aufstauwarnung. Er meldet, sobald der Ruhewasserspiegel aufgrund eines Auftstaus anwächst. Sobald Flüssigkeit den Sensor übersteigt, wird dies erkannt, an das Schaltgerät gemeldet und der Aufstaualarm wird ausgelöst. Dieser weist die Betreiber durch einen Alarmton ähnlich einer Sirene und einem optisches Warnsignal auf die Gefahr hin.

Zuverlässige Überwachung

Das Schaltgerät warnt nicht nur wie in der DIN EN 858-2 gefordert durch einen Alarm vor Aufstau, sondern liefert auch zentimetergenaue Messstände von Öl- und Schlammschicht. Darüber hinaus verfügt das automatische Messgerät über einen USB-Anschluss am Schaltgerät zum Auslesen der Daten. Die dazugehörige Software „SonicControl Viewer“ ermöglicht das archivieren der Daten und die chronologische Visualisierung der zunehmenden Ölschicht in Form von Diagrammen und Tabellen. „Mit dem Schaltgerät können wir die Abscheider unkompliziert überwachen und die Entsorgung ist optimal planbar“, erklärt Andreas Eder, Bauleiter Tiefbau, bei Schweiger GmbH & Co. KG. Andere Warneinrichtungen alarmieren lediglich bei Aufstau und zum Entsorgungszeitpunkt. Dann ist der Betreiber darauf angewiesen, so schnell wie möglich ein Entsorgungsunternehmen zu finden, sonst droht ein Aufstau.

Dauerhafte Dichtigkeit

Neben der Warneinrichtung spielt auch der Leichtflüssigkeitsabscheider selbst eine entscheidende Rolle für den störungsfreien Betrieb und eine problemlose Wartung. Die verbauten Koaleszenzabscheider sind daher aus einem Stück gefertigt und damit besonders langlebig. Zudem bestehen sie aus Polyethylen, einem Kunststoff, der besonders rissfest ist und auch gegen aggressive Abwässer beständig und der damit dauerhafte Dichtigkeit gewährleiste. Auch die höhenverstellbaren Teleskopaufsätze mit Lippendichtung tragen dazu bei, dass keine umweltschädigenden Leichtflüssigkeiten nach außen dringen. Die Aufsatzstücke sind bis zu 500 Millimeter höhenverstellbar und um fünf Grad neigbar, um an die äußeren Bedingungen angepasst werden zu können. Die Kosten für die Wartung werden durch den Selbstreinigungseffekt des Materials minimiert.

Einbau nach Plan

Auch beim Einbau auf dem Gelände der Schweiger GmbH & Co. KG brachte das Material Kunststoff Vorteile mit sich, denn die Abscheideranlagen sind verhältnismäßig leicht. Das heißt für ihren Transport war kein großes Gerät nötig, ein Gabelstapler reichte aus. Nach dem Einsetzen der Abscheider in die Baugrube wurden die Aufsatzstücke an das dortige Bodenniveau angepasst. Während der Einbauarbeiten und der Installation gab es keine großen Zwischenfälle, so dass sie bereits nach insgesamt zwölf Arbeitsstunden abgeschlossen waren. Lediglich eines der mitgelieferten Kabel für ein automatisches Messgerät musste um 15 Meter verlängert werden, um mit Strom versorgt werden zu können. „In unserem Unternehmen spielt der Umweltschutz eine entscheidende Rolle, daher war es uns wichtig, dass die Abscheider und die Überwachung durch die Messgeräte einen Austritt von Öl, Benzin oder Diesel bestmöglich verhindern“, erklärt Eder.