Innsbrucker Unternehmen setzt auf XL Hybrid-Hebeanlage

Medizinprodukteaufbereitung Tirol GmbH
(Bild 1) Medizinprodukteaufbereitung Tirol GmbH

Alternative zur klassischen Hebeanlage leitet das Abwasser der Medizinprodukteaufbereitung Tirol GmbH zuverlässig ab

Für Gewerbebetriebe ist es wichtig, dass anfallendes Abwasser immer zuverlässig abgeleitet wird, ohne dass es durch Stromausfälle oder durch einen Rückstau zu Betriebsunterbrechungen kommt. Die Medizinprodukteaufbereitung Tirol GmbH (Bild 1) hat sich für eine moderne Lösung entschieden: die Hybrid-Hebeanlage Ecolift XL des Herstellers KESSEL. Im Dezember 2014 wurde die neue Anlage innerhalb nur eines Tages installiert.

Das natürliche Gefälle nutzen

(Bild 2) Die Alternative zur klassischen Hebeanlage, die Ecolift XL.

Seit August 2013 werden im westlich von Innsbruck gelegenen Zirl wiederaufbereitbare Medizinprodukte von der Medizinprodukteaufbereitung Tirol GmbH gereinigt, desinfiziert, kontrolliert, gepflegt, gepackt sowie sterilisiert und anschließend wieder an die Kunden versandt. Bis zum Dezember 2014 gab es für dieses Gebäude noch keinen produktionserhaltenden Rückstauschutz, der eine unbeeinträchtigte Produktion auch im Rückstaufall ermöglicht hätte. Als diese Optimierung installiert werden sollte, wurde seitens Projektteam Tilak B+T/TB SpieglTec, nach einer Alternative zu herkömmlichen Hebeanlagen gesucht.

Die Lösung wurde bei der KESSEL AG gefunden. „Hybrid-Hebeanlagen können bei Gefälle zum Kanal eingesetzt werden und bringen gegenüber klassischen Hebeanlagen eine deutliche Ersparnis in den Betriebs- und Wartungskosten“, sagt Patrick Hörhager. Hybrid-Hebeanlagen wie Ecolift XL (Bild 2) nutzen den direkten Weg (Bild 3), das Gefälle zum Kanal (Bild 4). Nur bei Rückstau schließen die motorisch betriebenen Klappen und das Abwasser wird über eine Druckleitung mit Rückstauschleife in den Kanal gepumpt (Bild 5). So ist eine Nutzung der Ablaufstellen unterhalb der Rückstauebene auch während eines Rückstaus möglich, denn das Abwasser wird gegen den Rückstau in den Kanal gepumpt.

(Bild 4) Im Normalbetrieb fließt das Abwasser mit dem Gefälle zum Kanal ohne den Einsatz von Energie ab. So ist die Abwasserentsorgung während eines Stromausfalls gesichert.
(Bild 5) Zuverlässig auch bei Rückstau: im Rückstaufall schließt das automatische Verschlusssystem und das anfallende Abwasser wird über eine Druckleitung mit Rückstauschleife in den Kanal gepumpt.

Voraussetzung für einen einwandfreien Betrieb

Damit eine Hybrid-Hebeanlage auch reibungslos funktionieren kann, müssen nur wenige Voraussetzungen erfüllt werden. Zum einen ist ein Gefälle zum Kanal erforderlich, damit das Abwasser im Normalbetrieb auf direktem Weg abfließen kann. Zum anderen ist der fachgerechte Einbau ausschlaggebend für einen problemlosen Betrieb. Außerdem müssen Entlüftung und Zulaufleitung ordnungsgemäß verlegt werden.

Sicher und sparsam

„Die Funktionsweise der Hybrid-Hebeanlage spart durch das seltene Pumpen – nur bei Rückstau und der einmal monatlichen Selbstdiagnose benötigt die Anlage Strom – Kosten für den Betreiber und schont die Umwelt. Darüber hinaus ist auch bei Stromausfall sichergestellt, dass das Abwasser zuverlässig abgeleitet wird“, erklärt Hörhager. Während bei einer klassischen Hebeanlage das Abwasser in einem solchen Fall nicht in den Kanal gepumpt werden kann, nutzt die Hybrid-Hebeanlage das Gefälle und das Abwasser fließt ohne teure Hilfsenergie in den Kanal. Zudem schützt eine Hybrid- genau wie eine klassische Hebeanlage zuverlässig vor Rückstau: Hybrid-Hebeanlagen verfügen über eine Druckleitung mit Rückstauschleife durch die im Rückstaufall das Abwasser in den Kanal gepumpt wird. Die Rückstauschleife sorgt dafür, dass während eines Rückstaus das Wasser aus dem Kanal nicht in das Gebäude zurückdrücken kann. So ist das Gebäude vor Schäden durch Rückstau sicher, ohne dass ständig eine Pumpe laufen muss.

Schneller Einbau trotz hohem Grundwasserspiegel

Ecolift XL wurde innerhalb eines Tages außerhalb des Gebäudes in einen Kunststoffschacht integriert ins Erdreich eingebaut. „Der Kunststoffschacht konnte aufgrund seines geringen Gewichts schnell montiert werden. Auch der hohe Grundwasserspiegel stellte kein Problem dar“, teilt das Projektteam mit. Der Schacht hält Grundwasser bis zu einer Höhe von drei Metern ab der Unterkannte des Schachtes stand. Nachdem die Baugrube für die Anlage ausgehoben worden war, konnte das Technikmodul mit aufgeschweißtem Schachtring eingesetzt und an die Abwasserleitung angeschlossen werden (Bild 6). Anschließend wurde das Schachtmodul darauf befestigt (Bild 7), die Aussparung rund um den Schacht wurde verfüllt und das Aufsatzstück wurde montiert und an die erforderliche Höhe angepasst. „Dank der guten Beratung durch die KESSEL-Mitarbeiter und die unkomplizierte Montage verlief der Einbau reibungslos“, erklärt das Projektteam.

(Bild 6) Während des Einbaus wurde zunächst das Technikmodul der Hybrid-Hebeanlage in der Baugruppe platziert und angeschlossen.
(Bild 7) Das Schachtmodul wurde am aufgeschweißtem Schachtring des Technikmoduls montiert. In nur einem Tag konnte der gesamte Einbau abgeschlossen werden.

Daten und Fakten des Projekts

Bauherr:

 

Tirol Kliniken GmbH
Gebäudetechnikprojektleiter: Ing. Patrick Hörhager
Maximilianstraße 35
A-6020 Innsbruck

Ausführung:

Strabag AG
Günther Hofer
Sterzinger Straße 1
A-6020 Innsbruck

Planung:

SPIEGLtec GmbH
consulting engineers
Projektleiter: Hannes Messner
Niederfeldweg 9a
6230 Brixlegg/Tirol

Verwendete Produkte:

Ecolift XL