Duschrinnen in der Badrenovierung – darauf muss der Fachmann achten

Die Renovierung und Modernisierung des privaten Bades steht bei den Deutschen hoch im Kurs. Eine bodenebene Dusche ist dabei für die Bundesbürger ein absolutes Muss, das ermittelte das forsa-Institut in einer neuen Repräsentativuntersuchung für die Vereinigung Deutsche Sanitärwirtschaft (VDS).

Das Ableiten des anfallenden Abwassers übernehmen dabei immer häufiger Duschrinnen. Gerade bei der Sanierung ist der Sanitärinstallateur dann besonders gefragt und nie vor Überraschungen sicher. Ob Gesamteinbauhöhe, Abflussleistung, Gefälle, Platzierung der Rinne im Raum – viel gilt es zu beachten, bis der Endverbraucher ein grenzenloses Duschvergnügen erleben darf.

Gesamteinbauhöhe, Abflussleistung und Rohrverlegung

Eine wichtige Rolle beim nachträglichen Einbau von Duschrinnen spielt die bestehende Bodengesamtaufbauhöhe im Bad. Ist diese niedriger als die Gesamteinbauhöhe der Rinne, müssen Estrich beziehungsweise der Bodenaufbau abgetragen werden, um sie einbauen zu können – und das kostet Zeit und Geld. Für den nachträglichen Einbau eignen sich daher besonders Rinnen mit einer niedrigen Gesamtaufbauhöhe. Häufig weisen Hersteller lediglich die Höhe bis zum Flansch aus, die sogenannte Bauhöhe. Entscheidend ist aber die Höhe einschließlich des Rinnensteges. Diese muss der Installateur unbedingt beachten, damit der Bodenaufbau passt. Ebenso wichtig ist es, vorab zu prüfen, welche Abflussleistung die Rinne erbringen muss. Dies ist abhängig von der anfallenden Wassermenge, welche je nach Duschkopf variiert. Wenn eine Rinne keine ausreichende Ablaufleistung erbringt, staut sich das Wasser auf. Bei barrierefreien Bädern kann es dadurch leicht zur Überflutung des kompletten Raumes kommen. Auf der sicheren Seite ist man auf jeden Fall, wenn die Rinne von vornherein mehr Ablaufleistung erbringt, als der Duschkopf erfordert.

Zudem muss bei der Planung geprüft werden, wie die Rohre im Bad verlegt sind. Denn je nachdem, wo die Dusche mit Rinne platziert werden soll, kann es sein, dass Rohre neu verlegt werden müssen.

Gefälle

Für ein optimales Ablaufverhalten bei raumseitigem Einbau ist ein ausreichendes beidseitiges Gefälle vorzusehen. Dieses liegt vor, wenn bei einem Standardbrausekopf (24 l/min) ein Gegengefälle außerhalb der Dusche von mindestens einem Prozent eingehalten wird. Alternativ kann auch eine Stufe außerhalb der Dusche installiert werden. Diese Variante kommt in Ausnahmefällen in Frage, wenn in einem Raum kein ausreichendes Gefälle erzeugt werden kann, da der Bodenaufbau nicht hoch genug ist. Auch bei wandseitigem Einbau ist Gefälle hin zur Rinne vorzusehen.

Rohrüberdeckung

Eine weitere Besonderheit beim nachträglichen Einbau ist die minimale Rohrüberdeckung zwischen Flansch und Abgangsstutzen, die durch den niedrigen Bodenaufbau entsteht. Um eine mögliche Rissbildung in diesem Bereich zu vermeiden, sollte ein geeignetes mineralisches Mörtelsystem verwendet werden. Dieses ist flexibel und kann Spannungen ausgleichen. Normaler Estrich ist starr und könnte durch den Druck, der durch das Rohr oder Belastungen von oben entsteht, reißen.

Verbundabdichtung

Wie bei jedem Bodenablauf ist auch bei Duschrinnen die richtige Verbundabdichtung unentbehrlich. Fehlt diese, sickert das Wasser durch mikroskopisch kleine Öffnungen in Fliesen und Fugen in den Fußbodenaufbau. Das führt zu Wasserflecken auf der darunter liegenden Decke, zur Bildung von Schimmel oder auch dazu, dass Fliesen sich vom Kleber lösen. Üblicherweise erfolgt die Abdichtung in Nassbereichen mit den im Streich- und Spachtelverfahren aufzubringenden Verbundabdichtungen im Dünnbett.

Beim Einbau sollte der Installateur speziell darauf achten, dass der Dünnbettflansch bündig mit dem Estrich abschließt, damit das Sickerwasser zu der Rinne laufen und von den so genannten Sickeröffnungen aufgenommen werden kann. Auch muss der Flansch voll mit Estrich hinterfüllt sein. Sonst bilden sich Hohlräume, die dazu führen können, dass die Duschrinne nachsackt. Anschließend erfolgt die Grundierung, bei der zunächst die Flanschfläche mit der Grundierflüssigkeit bestrichen und danach die Verbundabdichtung aufgetragen sowie eine Gewebematte eingearbeitet wird. Bei der späteren Verlegung der Fliesen sollte Dünnbettmörtel verwendet werden, mit dem auch die Rostaufnahme der Duschrinne fixiert wird. Zum Schluss müssen dauerelastische Fugen zwischen Rinnensteg und Fliesen angebracht werden. Das verhindert die Bildung von Rissen.

Wichtig: Bei der Verbundabdichtung gilt es, das Merkblatt des Zentralverbandes Deutsches Baugewerbe (ZDB) zu beachten. Der darin enthaltene Verarbeitungshinweis besagt beispielsweise, dass die Verbundabdichtung nicht nur im Duschbereich, sondern im ganzen Bad aufgebracht werden muss. Sonst besteht die Möglichkeit, dass Sickerwasser in den Bodenaufbau gelangt und die Wärme und Trittschalldämmung zerstört. Auch sollte der Installateur darauf achten, dass er die sogenannten Sickerwasseröffnungen, die sich an den Ecken der Duschrinne befinden, nicht verstopft. Sonst kann das Sickerwasser nicht fachgerecht abgeleitet werden und es können sich Bakterien und Pilze unter dem Fliesenbelag bilden.

Grenzenloses Duschvergnügen

Das Bad ist heutzutage viel mehr als ein Ort für die reine Körperpflege – es ist ein Rückzugsort, in dem man die Seele baumeln lassen und den Alltagsstress vergessen kann. Damit das Duschvergnügen nicht getrübt wird, müssen Duschrinnen einwandfrei funktionieren. Neben einer hohen Qualität der verwendeten Produkte kommt es deshalb besonders auf einen professionellen und optisch sauberen Einbau an.