Werkstoff Edelstahl

Edelstahl ist ein hervorragender Werkstoff, wenn bestimmte Rahmenbedingungen eingehalten werden. Selbst bei sorgfältiger Herstellung und Montage lauern jedoch betriebsbedingt folgende Gefahren:

Aggressive Atmosphäre

Beim biologischen Abbau der Fette im Abscheider entstehen Fettsäuren, wobei die Biologie nicht die Überalterung der Fette abwartet. Sie geht praktisch unverzüglich zu Werke. Die biologische Aktivität kann zwar durch die regelmäßige Entsorgung eingedämmt, aber praktisch nie ganz verhindert werden. Fette lagern sich an den Innenwänden ab und bilden einen Sielfilm, unter dem sich ein anaerobes (sauerstofffreies) Klima entwickelt. Darin produzieren anaerobe Bakterien den giftigen Schwefelwasserstoff, der an turbulenten Stellen ausgast. Schwefelbakterien bilden, über mehrere Zwischenschritte, aus dem Schwefelwasserstoff die aggressive Schwefelsäure. Beide Substanzen belasten den Werkstoff extrem und führen auch bei hochlegiertem Edelstahl zur Korrosion.

Fremdmetalle

Im normalen Küchenbetrieb kann der Eintrag von Fremdmetallen in den Abscheider nie ganz ausgeschlossen werden. Regelmäßig findet man im Abscheider Kronkorken, Besteck, Alufolien und andere Metallteile. Diese Metalle lagern sich auf Grund ihrer Dichte am Behälterboden ab. Das umgebende Wasser wirkt wie ein Elektrolyt und führt dadurch zur Auflösung des unedleren Metalls, der so genannten Kontaktkorrosion.

Reinigungs- und Desinfektionsmittel

Viele der im normalen Küchenbetrieb verwendeten Reinigungs- und Desinfektionsmittel sind chloridhaltig. Durch die örtlich begrenzte Zerstörung der oxidischen Schutzschicht (Passivschicht) durch diese Chloride, bilden sich Korrosionskeime. Von diesen ausgehend, entstehen nadelartige Löcher, die relativ schnell in die Tiefe wachsen. Diese Lochkorrosion, auch Lochfraß genannt, wird meistens erst nach erfolgtem Wanddurchbruch bemerkt.