Installation und Einbau Fettabscheider

Anforderungen an bauseits installierte Entsorgungsleitungen von Fettabscheideranlagen

Die Entsorgungsleitung sollte vom Fettabscheider bis zur Übergabestelle an das Entsorgungsfahrzeug stetig steigend verlegt werden, Richtungsänderungen der Leitung durch 90°-Bögen sollten dabei möglichst mit einem großen Radius ausgeführt werden.

Je nach Anlageausstattung sind Entsorgungsleitungen als Druck- bzw. Saugleitungen in der erforderlichen Druckstufe auszuführen. Es sind zugfeste Verbindungen der einzelnen Rohre und Formstücke zu verwenden.

Die Entsorgungsleitungen sollten mit gleichbleibendem Durchmesser bis zur Übergabestelle verlegt werden. Die Saugleitung muss mindestens in der Nennweite DN 65 ausgeführt werden.

Die Auswahl des Rohrwerkstoffes der Entsorgungsleitung sollte entsprechend den Abwasserinhaltsstoffen (extrem hoher Feststoffanteil), besonderen Betriebssituation (Überdruck/Unterdruck) und der Beständigkeit (Fettsäure) erfolgen.

Lüftung

Zulauf- und Ablaufleitungen an Abscheideranlagen für Fette sind ausreichend zu lüften. Zu diesem Zweck ist die Zulaufleitung als Lüftungsleitung bis über das Dach zu führen und alle Anschlussleitungen von mehr als 5 m Länge sind gesondert zu entlüften. Fäkalienhebeanlagen nach prEN 12050-1 müssen über Dach entlüftet werden. Die Lüftungsleitung darf sowohl in die Haupt- als auch in die Sekundärlüftung eingeführt werden. Die Lüftung von Hebeanlagen darf nicht mit der zulaufseitigen Lüftungsleitung eines Fettabscheiders verbunden sein.

Überprüfung

Fettabscheideranlagen sind in Abständen von längstens fünf Jahren von einem Fachkundigen zu überprüfen (siehe DIN 4040-100).

Hirbei ist folgendes zu überprüfen:

  • Baulicher Zustand der Anlage
  • Dichtheit der Anlage
  • Zustand der Innenbeschichtung
  • Zustand der Einbauteile
  • Zustand der elektrischen Einrichtungen und Installationen, sofern vorhanden
  • Bemessung auf der Grundlage der aktuellen Betriebsdaten
  • Einhaltung der Anforderungen der allgemeinen bauaufsichtlichen Zualassung

Die jeweiligen landesrechtlichen Regelungen sind zu beachten. Ggf. ist der Prüfbericht unaufgefordert oder auf Verlangen der zuständigen Stelle (z. B. Wasserbehörde, Stadtentwässerung) vorzulegen.

Werden bei der Überprüfung Mängel festgestellt, so sind diese unverzüglich zu beseitigen.

Überwachung

Einleitungen von Abwasser aus Fettabscheideranlagen in die öffentliche Abwasseranlage werden in der Regel im Rahmen der kommunalen Indirekteinleiterkontrolle überwacht. Die jeweiligen Einleitbedingungen sind zu beachten (siehe auch DWA-M 115, Teil 1 bis 3, DIN 1986-3).

Hat die Zulaufleitung oberhalb der Abscheideranlage auf einer Länge von über 10 m keine gesondert entlüftete Anschlussleitung, so ist die Zulaufleitung so nah wie möglich an der Abscheideranlage mit einer zusätzlichen Lüftungsleitung zu versehen.
Die Lüftungsleitung für Abwasserhebeanlagen mit Zerteilung der Fäkalien muss mindestens DN 50 haben. Findet keine Zerkleinerung der Fäkalien statt, ist die Mindestnennweite DN 70.